Skip to main content

Hälfte des Onlineumsatzes wandert unbesteuert ins Ausland

Ort

Ort

Datum

Datum

28. September 2017

Zeit

Zeit

17:38 Uhr

Digitale Betriebsstätte verhindert Gewinnverschiebungen. Thaler für mehr Gerechtigkeit im Onlinehandel.

Digitale Betriebsstätte verhindert Gewinnverschiebungen. Thaler für mehr Gerechtigkeit im Onlinehandel.

Obwohl sie keiner gerne zahlt, sind sie die Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Staat: Steuern. Vom Bildungs- bis hin zum Gesundheitssystem über die öffentliche Sicherheit – der Fiskus zählt auf die über 80 Milliarden Steuereinnahmen. Der Otto Normalverbraucher leistet sie täglich, was besonders auf dem Gehaltszettel für Arbeitnehmer und Unternehmer gleichermaßen gut sichtbar ist. Doch internationale Großkonzerne finden bislang immer Wege, wie sie Gewinne in Niedersteuerländer verschieben könne. „Noch schwieriger wird es, wenn alles nur mehr online passiert“, weiß die erfahrene Internetunternehmerin und Innsbrucker Spitzenkandidatin für die neue Volkspartei, Barbara Thaler. „Während die rund 1000 Tiroler Onlinehändler brav ihre Abgaben zahlen, haben Amazon und Co. einen klaren Wettbewerbsvorteil, der den heimischen Internethandel bremst“, so die 35-jährige.

In den letzten zehn Jahren haben sich die Onlinekonsumenten verdoppelt. 60 % der Österreicherinnen kaufen regelmäßig im World-Wide-Web ein. „Insgesamt verbucht der Onlinehandel jährlich einen Umsatz von über sieben Milliarden Euro. Die Hälfte davon fließt unversteuert ins Ausland. Eine Gerechtigkeitsfrage, der wir uns stellen müssen“, so Thaler. Dabei spielt die Begriffsdefinition eine wesentliche Rolle: „Der derzeitige Betriebsstättenbegriff ist nicht geeignet, die digitale Wirtschaft sachgerecht abzubilden. Mit Einführung einer digitalen Betriebsstätte könnten wir Gewinnverschiebungen verhindern und damit den Wettbewerb im Internet kräftig ankurbeln. Doch die Zeit drängt! So langsam wie heute, wird der technische Wandel nie wieder sein. Der Gesetzgeber ist hier aber zwei Schritte hinten.“

Auch die EU-Finanzminister haben das bereits erkannt und sind grundsätzlich für eine solche „Google Tax“, die große Internetunternehmen zwingt, Steuern dort abzuführen, wo sie ihre Geschäfte tätigen. „Österreich möchte hier internationaler Vorreiter sein und wird dies auch im Rahmen seiner EU-Präsidentschaft vorantreiben. Ich möchte Teil dieser treibenden Kraft sein und stelle mich daher der Wahl“, gibt sich Thaler kämpferisch.